Klassische Konditionierung
Anhand des Beispiels des Pawlow'schen Hundes kann man die klassische Konditionierung gut beschreiben: Der Hund erhält jeden Tag um 12 Nahrung. Gleichzeitig hört er die Kirchenglocken pünktlich um 12 läuten. Also verbindet er nach mehrmaliger Wiederholung - wenn die Glocken läuten gibt es Nahrung.
Künftig reicht das Glockengeläut um ein Hungergefühl oder Speichelsekretion auszulösen.
In diesem Beispiel ist das Glockengeläut der "neutrale Stimulus". Durch Kopplung an einen "unkonditionierten Reiz" (Nahrung gibt es immer um 12 Uhr) wird ein Reflex ausgelöst, die Speichelsekretion. Nach mehrmaliger Wiederholung wird das Glockengeläut zu einem "konditionierten Reiz", das heißt es wird allein durch das Glockengeläut Hunger/eine Speichelsekretion ausgelöst.
Eine angeborene Reaktion wird nun also auch durch einen äußeren Reiz ausgelöst, der eigentlich nichts mit dem Körper zu tun hat - man erhält physiologische Reaktionen auf einen eigentlich neutralen Stimulus.
Bei Schmerzreaktionen läuft dies ähnlich ab- Ein Schmerzreiz kann zum Beispiel als unkonditionierter Reiz wirken. In Zusammenhang mit Angst und Stress sowie Schmerzen der Skelettmuskulatur ist dies klinisch Bedeutsam.
Erkennt man und hebt man die Kopplung zwischen Reiz (Glockengeläut) und Reaktion (Hunger) auf, können klassisch konditionierte Reaktionen die im Gehirn gespeichert werden, schnell gelöscht werden.
Operante Konditionierung
Das operante Schmerzverhalten tritt auf, wenn eine Tat oder Angewohnheit mit positiven oder negativen Konsequenzen behaftet ist.
Bei Schmerzpatienten kann zum beispiel inaktives Verhalten ungewollt gefördert werden durch Partner, die in ihrer Empathie dem Betroffenen jede Hausarbeit abnehmen wollen. Der Schmerzpatient lernt: wenn ich Schmerz empfinde, wird sich um mich gekümmert.
Dabei wäre es wichtig bei chronischen Schmerzpatienten darauf zu achten, dass nicht das Schmerzverhalten "belohnt" wird sondern aktives Verhalten zu belohnen.
Die operante Konditionierung kann zu einer eigenständigen Symptomatik führen, ohne dass eine Pathologie vorliegt. Oft wird dieses fälschlich mit Simulation gleichgesetzt, ist damit aber nicht zu verwechseln.